Weg-Schnecken

Als die größten Plagegeister treten im Garten die Wegschnecken in Erscheinung. Wegschnecken sind Nacktschnecken, deren einstiges Gehäuse im Laufe der Evolution verkümmerte. Nur noch geringe Spuren in der Form von Kalkresten sind vorhanden. Ohne ein schützendes Haus, trocknen Nacktschnecken schnell aus. Um dies zu verhindern, müssen sie mehr Schleim absondern als Gehäuseschnecken. Mit Hilfe von Wellenbewegungen des Körpers bewegen sich Schnecken vorwärts. Der Schleim, der von Drüsen produziert wird, unterstützt die Fortbewegung und schützt die Sohle vor Verletzungen. Manche Fressfeinde wälzen Nacktschnecken vor dem Verspeisen in Sand, damit sie erst ausschleimen, denn es besteht durchaus die Gefahr, am Schleim zu ersticken. Die Spanische Wegschnecke ist Meisterin der Schleimherstellung, deshalb wird sie allgemein als Beute gemieden. Lediglich Laufenten wagen sich an diese Schneckenart heran. Nacktschnecken sind Zwitter, die sich gegenseitig paaren.

Wegschnecken – für Gärtner ein ärgerliches Übel

Der ständige Heißhunger der Wegschnecken auf frisches Grün macht sie zu gefürchteten Schädlingen im Garten. Aufgrund ihrer Größe und ihrer Population richtet die Spanische Wegschnecke die meisten Schäden an. Schneckenplagen entstehen, wenn die natürlichen Feinde, wie Kröten, Blindschleichen und Igel fehlen. Das massenhafte Vermehren der Spanischen Wegschnecke liegt unter anderem am Mangel an Fressfreinden. Nacktschnecken nehmen vor allem in verregneten Sommern überhand. Dann finden sie ein Mileu vor, das ihnen am besten behagt. Scheint die Sonne, halten sich die schleimigen Kriecher tagsüber unter Steinen oder Hecken auf und verlassen erst nach Dunkelheit ihre Verstecke, um ihre Fressorgien zu starten.

Die Spanische Wegschnecke

Spanische Wegschnecke
Die Spanische Wegschnecke

Der wissenschaftliche Name der Spanischen Wegschnecke lautet Arion vulgaris. Sie zählt, wie andere Wegschneckenarten, zu den Landlungenschnecken. Ihre Heimatgebiete liegen auf der Iberischen Halbinsel. Durch den Gemüsehandel wurde die Spanische Wegschnecke nach Mitteleuropa importiert. Die Nahrung wird mit Hilfe der Raspelzunge zerkleinert. Auf dem Foto oben lässt sich sehr gut das Atemloch erkennen, das sich neben dem vorderen Teil des Mantelschildes befindet. Spanische Nachtschnecken, die eine Körperlänge bis etwa 10 cm erreichen, bringen pro Jahr nur eine Generation hervor. Da durch die gegenseitige Begattung jedes geschlechtsreife Exemplar zwischen 200 und 400 Eier legt, ist eine explosionsartige Fortpflanzung garantiert. Die Eiablage erfolgt entweder im Herbst oder im zeitigen Frühjahr in mehren Gelegen. Die weißen Eier mit einem Durchmesser von etwa 4 mm weisen eine runde Form auf.

Die Garten-Wegschnecke

Gartenwegschnecke
Die Gartenwegschnecke

Die Gartenwegschnecke unterscheidet sich von der Spanischen Wegschnecke durch ihre gräuliche Färbung. Außerdem bleibt sie mit maximal 5 cm Körperlänge erheblich kleiner als der Einwanderer aus Spanien. Gartenschnecken halten sich während der Nahrungsaufnahme sowohl auf oberirdischen Pflanzenteilen als auch im Boden auf. Deshalb muss es nicht wundern, wenn eine junge Pflanzen umkippt, weil der Stängel unterhalb der Bodennarbe abgenagt wurde.  Die Geschlechtsreife der Gartenwegschnecke tritt ab vier Monaten ein. Begattete Gartenwegschnecken legen bis zu 200 ovalförmige, weißliche Eier, die sie in mehreren Zeitabschnitten hervorbringen und im Boden ablegen. Die Länge dieser Eier beträgt ca.  2,2 mm, der Durchmesser ca. 1,7 mm. Das Schlüpfen erfolgt je nach Witterung nach etwa einem Monat. Eine Gartenwegschnecke besitzt eine Lebenserwartung von neun Monaten. Das Überwintern erfolgt sowohl als Ei als auch als Schnecke.

Die Rote Wegschnecke

Rote Wegschnecke
Die Rote Wegschnecke

Der Wald und feuchte Auen sind die bevorzugten Lebensräume der Roten Wegschnecke, die bei uns nicht mehr allzu häufig vorkommt. In Gärten ist diese Wegschneckenart deshalb seltener anzutreffen. Der wissenschaftliche Name der bis 15 cm groß werdenen Nacktschneckenart lautet Arion rufus. Die Farbe variert von orange über rot und dunkelrot bis dunkelbraun und nahezu schwarz. Junge Tiere sind allerdings viel heller. Rote Wegschnecken werden bis zu 3 Jahre alt. Die jährlichen Gelege umfassen insgesamt 400 runde, weiße Eier.